STATIONEN DER SAMMLUNG
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Die Sammlung Familler ist kein Museum, sie ist ein Prozess. Hier wird zu Ende gedacht, was es bedeutet, als Künstler unter ökonomischem Druck zu existieren. Das Prinzip ist simpel: Jedes Werk ist ein Objekt auf Abruf. In einem System ohne Sicherheitsnetz ist der Verkauf der einzige Moment, der eine Arbeit vor ihrer Auflösung bewahrt. Wer kauft, rettet das Werk vor dem Material-Darwinismus.
In dieser Sammlung ist nichts sicher. Wenn ein Werk keinen Platz behauptet oder keine Resonanz findet, verliert es sein Existenzrecht. Es wird dekonstruiert, überarbeitet oder dient als Material für das nächste Stück. Oft ist eine Dokumentation das Einzige, was bleibt, während das physische Objekt längst wieder im Kreislauf verschwunden ist.
Seit 2009 ist die Sammlung selbst das Kunstwerk. Weil der Raum in Städten wie München knapp ist, antwortet Andreas Familler mit temporären Sammlungsbauten – architektonische Überlebensstrategien für die Kunst. Er wartet nicht auf das Kapital oder die richtigen Netzwerke; er nimmt sich den Platz durch Eigeninitiative und nutzt gezielte Systemfehler, um dort sichtbar zu werden, wo Türen normalerweise verschlossen bleiben, nur um eine frage zu stellen.
Die Sammlung ist ein Widerstand gegen die perfekte Routine, die uns am Ende stumpf macht. Ein Versuch, im täglichen Wahnsinn ungeschminkt Mensch zu bleiben – mit offenem Ausgang.
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